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Erstes Vollkontak-Event der NTU in Arnum am 17.5.2015
Beim ersten Kampfturnier der NTU in diesem Jahr, ausgerichtet durch den SV Arnum e.V, erarbeitete sich Hansu Hannover am 16.05. eine großartige Ausbeute. Vier Sportler kamen in die Medaillenränge. Finn Zolitschka und Christopher Thürnau holten Gold, Patryk Pula Silber und Carsten Baumann Bronze.
Gekämpft wurde mit elektronischen Westen und Video-Replay. Aufgrund technischer Probleme begann das Turnier mit einer anderthalb stündigen Verspätung, wodurch die Kämpfe auf 2 Runden á 2 Minuten verkürzt wurden.

Carsten (Leistungsklasse 1, 74-80 kg, Senioren) eröffnete mit seinem Kampf an diesem Tag das Turnier für Hansu kurz nach der Begrüßung durch die Ausrichter. Es war ein schwieriger aber solider Kampf gegen einen sehr defensiv ausgerichteten und routinierten Sportler vom PSV Georgsmarienhütte. Der Kampf hatte eine stark taktische Komponente; ein dauerhaftes Belauern beider Kämpfer resultierte daraus. Nur durch einen klaren Kopftreffer (3 Punkte) in der zweiten Runde konnte der PSV Sportler den Kampf mit einem 3:5 für sich entscheiden.

Besser gelang es Patryk (Leistungsklasse 2, 74-80 kg, Senioren) in seinem ersten Kampf . Er selbst, wie scheinbar auch sein Gegner, traten zum ersten mal bei einem Turnier auf der Kampffläche an. Gegen den deutlich größeren Gegner aus Bramsche zeigte Patryk eine gute kämpferische Leistung! Nach der ersten Runde lag Patryck noch zurück, dann machte sich aber in der zweiten Runde seine deutlich bessere Kondition bezahlt. Er nutze die sporadisch offene Deckung des Gegners, um auf der Weste zu punkten und den Kampf zu seinen Gunsten zu entscheiden. Am Ende gewann Patryk knapp mit 9:7.
 Damit konnte sich Patryk für das Finale qualifizieren. Die Silbermedaille war ihm also schon mal sicher.
 Im Finale traf er auf einen Kämpfer von Samurai Berlin. Dieser wirkte zunächst technisch unterlegen, erkämpfte sich aber durch 5 Kopftreffer (mit 3:15) leider vorzeitig den Sieg im Finale aufgrund von 12 Punkten Abstand. Der Endstand spiegelte jedoch in keinster Weise den recht ausgeglichene Kampf wieder. Patryk setze 3 klare Treffer auf die Weste, war deutlich beweglicher und offensiver, aber leider etwas unglücklich im Abschluss. Die 5 touchierten Kopftreffer seines Gegners führten dann zum 2. Platz in seiner Gewichts- und Leistungsklasse.

Anschließend durfte Chris in der Leistungsklasse 1 von 80-87 kg ran. Sein Gegner von Taifun Hannover war zwar deutlich älter, aber dafür routiniert und taktisch clever. Das machte Chris zunächst deutlich zu schaffen, da er seinen Längenvorteil durch seine Größe leider nicht ausspielen konnte. Der Gegner verkürzte die Distanz gekonnt und drängte intensiv nach vorne ohne jedoch nennenswerte Treffer zu landen. In der Rückwärtsbewegung konnte Chris regelmäßig punkten, einmal sogar zwei Punkte mit einem Pituro-Chagi erzielen. Chris, seinem Gegner konditionell klar überlegen, beendete den Kampf mit 6:2 und errang so den Sieg in seiner Kampfklasse.

Und wie so oft, kam das Beste zum Schluss! Im Halbfinale der Leistungsklasse 2, 58-63 kg der Jugend A traf Finn auf einen alten Bekannten. Schon beim letzten Turnier kämpfte er gegen diesen Sportler, verlor aber leider deutlich. Finn hatte zunächst ein Freilos (Gruppe aus 5 Sportlern), stand somit direkt im Halbfinale. Daher konnte er sich seinen Gegner im Vorkampf anschauen, zusammen mit seinem Coach den Gegner analysieren und die Taktik für die erste Runde festlegen.

Taktische Meisterleitung!:
Finns Gegner agierte im Vorkampf fast ausschließlich mit Dwit-Chagis. Im Halbfinale schaffte es Finn jedoch seinem Kontrahenten seinen eigenen Kampfstil aufzuzwingen, sodass dieser keine einzige Gelegenheit bekam einen Dwit-Chagi zu platzieren und sich auf eine offensivere Kampftaktik umstellen musste. Der Gegner eröffnete daraufhin den Kampf wiederholt einfallslos mit den gleichen Aktionen. Finn kassierte zwar in der ersten Runde noch einige Punkte und lag zurück, zog aber in der zweiten Runde seine Schlüsse daraus. Da er den Einstieg seines Gegenübers nun kannte, unterband er diesen und legte nach jeder gegnerischen Aktion selbst offensiv nach. Durch einen Bakkat-Naeryo Chagi im Angriff nahm er seinem Gegner jegliche Chance auf einen Konter. Er punktete sowohl klar auf der Weste als auch am Kopf und drängte seinen Gegner regelmäßig von der Fläche oder brachte ihn zu Boden. In der zweiten Runde drehte Finn den Kampf zu seinen Gunsten; dem Gegner war die Ratlosigkeit bereits anzusehen. Mit einem knappen 13:10 sicherte sich Finn den Sieg und zog ins Finale ein.

Eine Ausdauerschlacht!:
Auch seinen zweiten Gegner konnte Finn mit seinem Coach zuvor analysieren. Wieder gab es für die erste Runde eine klare taktische Zielvorgabe. Aber manchmal kommt es eben anders als erwartet. Die Sportler knallten sich teils im Sekundentakt die Paldung-Chagis auf die Weste und gelegentlich auch zum Kopf. Doch im Gegensatz zum ersten Kampf ließ sich Finn nicht die Butter vom Brot nehmen und ging gleich in Führung. Diese behielt er bis zum Ende, auch wenn sein Gegner aus Arnum immer wieder nachsetzen konnte. Mit Unterstützung aus der Coachingzone konnte Finn wichtige Treffer am Kopf vermeiden. In der zweiten Runde war beiden Kämpfern die Anstrengung anzusehen. Beide Sportler, teils am Rande ihrer Kräfte, versuchten die Konzentration hoch zu halten, Punkte auf der eigenen Weste zu verhindern und Kraft zu sparen. Mitte der zweiten Runde nahm Finn noch einmal alle Energie zusammen, setzte seinen Gegner stark unter Druck und punktete zum klaren 19:10, sodass dessen Coach das Handtuch warf. Damit holte sich Finn das deutlich verdiente Gold.
 
Nach dem Finalkampf, sichtlich erschöpft aber glücklich, konnte Finn mit den anderen Hansu-Sportlern den Rest des Turniers in aller Ruhe genießen.
 
Wir gratulieren allen Teilnehmern zu ihrer großartigen Leistung und bedanken uns bei den zahlreich erschienenen Unterstützern.

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