Taekwondo
Was ist Taekwondo?
Taekwondo ist die moderne Version der traditionellen asiatischen Selbstverteidigungssysteme, die in den verschiedenen Ländern eine unterschiedliche Ausprägung erhalten haben. In China benutzte man den Namen "Kwan-Tao" oder "Chan Fuch", in Japan spricht man vom "Karate", das wörtlich "leere Hand" bedeutet und woraus schon erkennbar ist, dass die Japaner bei ihrem System der Handtechnik den Vorzug gaben. Das Charakteristische des Taekwondo und somit der Unterschied zu anderen Kampfsportarten ist die Vielfalt der Fußtechniken, die im Wettkampf-Bereich zu 90 % angewendet werden. Die spektakulären Fußtechniken aus dem Stand und im Sprung sind das Markenzeichen dieser Sportart.
In einfacher Übersetzung bedeutet Taekwondo: - Tae - das Springen, Stoßen oder Schlagen mit dem Fuß
- Kwon - das Schlagen und Stoßen mit der Hand oder Faust
- Do - wird mit "Weg" oder "System" zu übersetzen
Wettkampf
Der Wettkampf ist das Aushängeschild des Taekwondo, denn dieser hat sich in den vergangenen Jahren zu einem rasanten und spektakulären Zweikampf entwickelt. Gekämpft wird mit kompletter Schutzausrüstung die das Verletzungsrisiko so gering wie möglich halten soll. Sie beinhaltet eine Weste, Kopfschutz, Unterarm- und Schienbeinschützer und einen Tiefschutz. Taekwondo ist ein Vollkontakt-Sport, bei dem Fußtechniken zur Kampfweste und zum Kopf gewertet werden.
Mit der ungeschützten Faust darf nur zur Schutzweste angegriffen werden. Es reicht allerdings nicht aus, die Trefferzonen nur zu treffen, denn die Techniken müssen möglichst hart und kraftvoll ausgeführt werden, da eine Wirkung zu erzielen ist. Der Sieg kann auf verschiedene Weise errungen werden: durch KO, nach Punkten, durch Kampfrichterentscheidung oder Aufgabe des Gegners.
Es ist jedem Sportler selbst überlassen, ob er an den Vollkontaktwettkämpfen teilnehmen oder sich lediglich auf die Gürtelprüfungen konzentrieren möchte.
 Taekwondo genießt in der internationalen Sportszene momentan einen Popularitäts-Vorsprung, denn der Wettkampf-Bereich ist mittlerweile als olympische Disziplin anerkannt und war im Jahr 2000 zum ersten Mal bei der Olympiade in Sydney zu sehen.
Formenlauf ("Poomse")
Die Poomsae ist ein gedachter Kampf gegen mehrere imaginäre, also nicht vorhandene, Gegner und ist eine rein technische Disziplin. Die verschiedensten Hand- und Fußtechniken müssen in einer fest vorgeschriebenen Reihenfolge vorgetragen werden, was ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit erfordert.
Sein Können in dieser teschnischen Disziplin kann man auch bei zahlreichen Poomsae-Turnieren unter Beweis stellen. Die Formen sind Bestandteil der Gürtelprüfungen, die zwei- bis dreimal im Jahr stattfinden. Nach bestandener Gürtelprüfung ändert sich der Trainingsstoff für die Sportler, der von Prüfung zu Prüfung anspruchsvoller wird. Diese Gürtelprüfungen sind neben der Wettkampftätigkeit der größte Anreiz der Kampfsportarten, da man ständig neue Ziele vor Augen hat, die einen zum weitertrainieren motivieren.
Ein-Schritt-Kampf ("Ilbo Taeryon") / Drei-Schritt-Kampf ("Sambo Taeryon")
Die Ein-Schritt- und Drei-Schrittkämpfe sind ebenfalls eine technische Disziplin, bei der die erlernten Hand- und Fußtechniken als Konter auf einen festgelegten Angriff ausgeführt werden. Hierbei wird vor allem das Abstandsgefühl und das Timing geschult, denn die Techniken sollen den Angreifer nicht treffen, sondern kurz vor dem Ziel gestoppt werden. Wenn man in der Lage ist, seine Techniken richtig zu kontrollieren, hat man später beim Wettkampf auch keine Probleme seinen Gegner zu treffen. Nicht zuletzt sind die Kombinationen von Angriff und Abwehr eine sehr gute Vorbereitungsübung, die in der Selbstverteidigung umgesetzt werden kann.
Selbstverteidigung ("Hosinsul")
Bei der Taekwondo-Selbstverteidigung wird man wenig Hebel- und Wurftechniken finden, sondern einfache Block- Schlag- und Fußtechniken. Diese sind schneller zu erlernen und stehen den komplizierteren Techniken in nichts nach.
Obwohl Taekwondo eine waffenlose Sportart ist, werden bei den Fortgeschrittenen auch Abwehr-Aktionen gegen bewaffnete Gegner trainiert. Dies ist jedoch mit Vorsicht zu betrachten, da diese Abwehrtechniken über einen sehr langen Zeitraum antrainiert werden müssen.
Bruch-Tests ("Kyekpa")
Zu guter letzt die sogenannten Bruchtests. Bei denen kommt es vor allem darauf an, mit sich selbst eins zu sein. Denn wenn man nicht körperlich und mental darauf vorbereitet ist, wird das Brett letztendlich gewinnen. Zusätzlich muss natürlich die Technik kraftvoll und exakt ausgeführt werden, da man sich sonst sehr leicht verletzen kann. Wenn auch die meisten Handtechniken von einem kräftigen Menschen leicht zu bewältigen sind, reicht besonders bei den Fuß- und Sprungtechniken bloße Gewalt nicht mehr aus Die Bruchtests sind übrigens bei den Fortgeschrittenen (ab Blaugurt) Bestandteil der Gürtelprüfungen.
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